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Das Kreuz mit den Starting Hand Strategien

Der Anfänger schaut auf den Starting Hand Chart, der Profi analysiert die momentane Situation.

Angenommen, ein Spieler ist preflop als erster an der Reihe und hält die eher mittelmäßige Hand K-J. Was sollte dieser Spieler tun? Wenig erfahrene Spieler werfen einen Blick auf einen Starting Hand Chart oder betrachten zumindest solche Starting Hand Hilfen mit ihrem geistigen Auge bevor sie eine Entscheidung treffen.

Das starre Einhalten und Festhalten an solchen Charts kann aber auch die Wurzel des Ruins vieler Spieler werden, die ansonsten gute Pokerspieler geworden wären. Die meisten Spieler, die sich strikt an einen Starting Hand Chart halten, scheinen nie besser zu werden als mittelmäßige Spieler. Warum ist das so?

Starke und solide Pokergewinner geht es um Situationsanalysen. Das ist bereits der erste große Unterschied. Jede Situation ist eigen, entweder ganz verschieden im Vergleich zu anderen Situationen oder ähnlich, aber identische Situationen gibt es nicht beim Pokern. Darum zählen Spieler, die sich an strikte Regeln halten immer nur zu mittelmäßigen Spielern, da spezielle Situationen erst gar nicht erkannt werden oder danach gefragt wird.

Der Spieler, der mithilfe von Charts die beste Entscheidung preflop machen will, erfährt aus ihnen, dass K-J in dieser Position (under-the-gun) immer FOLD ist. Der starke Spieler sieht sich aber die genaue Situation an.

Angenommen, an den Blinds sitzen sehr schwache und loose Spieler, gegen sie will der Spieler mit K-J spielen. Wenn gleichzeitig zwei tighte Spieler nach ihm drankommen, die Hands wie A-Q folden, wenn geraist wurde, dann ist K-J eine Raising Hand. Ein Starting Hand Chart kann niemals auf eine spezielle Situation wie diese eingehen. In der Mehrheit der Fälle wird der K-J Spieler das erreichen, was er wollte: er wird gegen die Blinds spielen, gegen die seine Hand gut ist und er wird gute Chancen haben, etwas herauszuholen, wenn er sie schon zuvor als schwach/loose eingeschätzt hat.

Wenn allerdings statt den tighten Spielern starke aggressive Spieler nach dem K-J Spieler an der Reihe wären, die mit z.B. A-Q re-raisen, dann wäre K-J viel zu wenig, um hier ins Spiel zu gehen.

Der theoretische Wert von K-J in früher Position ist natürlich nicht sehr hoch. Darum empfehlen sämtliche Starting Hands Chart, damit nicht mitzuspielen. Der praktische Wert von K-J kann aber sehr hoch werden, wenn man die Mitspieler eingrenzen kann, gut einschätzen kann, gegen wen man damit spielen will, gegen wen nicht und wenn die Situation es zulässt, manipuliert man die Runde mit einem Raise, um genau die richtigen Spieler im Pot zu haben.

Die Empfehlung von Pokerprofis lautet oft: orientiert euch an eurem Gehirn und nicht nur an strikte Verhaltensregeln. Eine Pokersituation besteht aus einer Vielzahl von Faktoren. Welche Spieler sind in den Blinds, wer hat zuvor gewonnen/verloren, wer setzt/erhöht zuerst und was machen diese Spieler im weiteren Verlauf? Dutzende Faktoren fließen in die Entscheidungsfindung hinein, wie eine Hand gespielt werden kann und warum.

Oder mit anderen Worten: gibt es einen Starting Hand Chart, der einen Raise mit 7-2o empfiehlt? Eher nicht, aber es gibt die Situationen, in denen man es absolut tun sollte. Wenn alle zum Dealer aussteigen und in den Blinds zwei super-tighte Pokermaschinen sitzen, dann muss der Dealer raisen und die Blinds locker stehlen, ganz egal womit, auch wenn es 7-2o ist.

Starting Hands Chart sind für die absoluten Anfänger perfekte Trainingsmaterialien und Übungen, ein Gefühl für die Stärke der Hand zu erlangen. Aber die Realität des Poker geht viel weiter. Und wer starr daran festhält, mit Charts und fixen Strategien zu spielen ohne auf die Dynamik des Spiels, die speziellen Situationen usw Rücksicht zu nehmen, schadet sich eher damit selbst. Vereinfachende Roboter-Strategien können dazu führen, dass zwar ein Spieler anständig spielt, aber gleichzeitig viele Gewinnmöglichkeiten verpasst, weil Roboter nur Karten berechnen, aber nicht menschliches Verhalten.



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